Energieversorger verständigen sich auf ein 450-MHz-Joint-Venture

»Symposium Energiewirtschaft« im Rahmen der PMRExpo

Die Unternehmen der Elektrizitäts- und Gasversorgung haben im Jahr 2018 rd. 15,5 Mrd. € investiert. Das zeigt der neue BDEW-Investitionsbericht. Diese Summe entspricht 23 % der gesamten Industrieinvestitionen in Deutschland. Die Energiebranche investierte damit fast doppelt so viel wie der Maschinenbau und mehr als Metallerzeugnis-, Chemie- und Nahrungsmittelindustrie zusammen. »Die Investitionszahlen zeigen, welche große Bedeutung die Unternehmen der Elektrizitäts- und Gaswirtschaft für die deutsche Volkswirtschaft haben«, sagt Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. (BDEW).

Investitionen der Übertragungs- und Verteilnetzbetreiber sowie Stadtwerke in zuverlässige Sprach- und Datenkommunikationsanlagen sind wesentliche Eckpfeiler für den Netzbetrieb. Diese Unternehmen zählen zu den kritischen Infrastrukturen in Deutschland. Deshalb ist es unabdingbar, dass diese eine zuverlässige Regel- und Krisenkommunikation sicherstellen. Auf der 20. PMRExpo (Koelnmesse, 24. bis 26. November 2020) bietet das »Symposium Energiewirtschaft« am 25. November zahlreiche Vorträge für die Experten aus dieser Branche. Dabei steht auch ein hochaktuelles Thema auf dem Programm: die künftigen Nutzung der Frequenzen im Bereich 450 MHz, um die sich die EVU-Branche derzeit bemüht.

Versorgungbranche vollzieht den Schulterschluss für die 450-MHz-Funkfrequenzen

Vertreter der Energie- und Wasserwirtschaft in Deutschland haben sich in einer Absichtserklärung auf ein gemeinsames Branchenmodell für den Bau und Betrieb eines bundesweiten 450-MHz-Funknetzes geeinigt. Damit sind sie als Betreiber kritischer Infrastruktur darauf vorbereitet, die 450-MHz-Funkfrequenz gemeinsam zu nutzen. Voraussetzung für die Umsetzung ist die Zuweisung der Frequenzen durch die Bundesnetzagentur (BNetzA).

Die vier gleichberechtigten Gesellschafter des Joint Venture 450connect GmbH werden mit je 25 %

• der bisherige Eigentümer der 450connect, Alliander AG,

• ein Konsortium kommunaler Regionalversorger,

• die Regionalversorger der E.ON SE/innogy SE, sowie

• die Versorger-Allianz 450, ein Zusammenschluss von Stadtwerken, Energie- und Wasserversorgern unter Beteiligung der EnBW.

Zusammen stellen die Unternehmen auf 90 % der Fläche Deutschlands die Energie- und Wasserversorgung sicher. Der Klimawandel erfordert die Umsetzung der Energiewende und Verkehrswende. Dieses erzwingt die Digitalisierung von Millionen von Netzelementen (u.a. Photovoltaik- Windkraftanlagen, Wärmepumpen und Ladesäulen für Elektromobilität) und zu deren Steuerung eine schwarzfallfeste, sichere und leistungsfähige Kommunikation. Die Anforderungen der Energiewirtschaft sind nach Angaben der Gesellschafter nur durch ein 450-MHz-Funknetz erfüllbar, wie die Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mbH in einer Pressemitteilung ausführt.

Die gemeinsame Betreibergesellschaft bietet alle Voraussetzungen, das Funknetz zügig und professionell zu errichten und zu betreiben. Dafür sprechen die vorhandene Standortinfrastruktur, die Finanzkraft der Energie- und Wasserwirtschaft sowie die Kompetenz des Betreibers 450connect und der Gesellschafter.

Der bisherige Inhaber des 450-MHz-Frequenzbandes und Funknetzbetreiber 450connect wird sich um die Frequenzen in dem von der Bundesnetzagentur derzeit vorbereiteten Vergabeverfahren bewerben. Die 2020 auslaufenden Nutzungsrechte sollen künftig vorrangig für Anwendungen kritischer Infrastrukturen der Energiewirtschaft bereitgestellt werden. Im Januar 2020 hatte die BNetzA das Vergabeverfahren unter dieser Prämisse gestartet, Eckpunkte veröffentlicht und Bedarfe abgefragt. Das Verfahren steht allerdings unter dem Vorbehalt, dass die Bundesregierung die BNetzA nicht überstimmt und die Frequenzen entgegen der Prämisse doch den Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben zuweist.

Um unmittelbar den Ausbau des 450-MHz-Branchennetzes starten zu können, appellieren die künftigen Gesellschafter der 450connect an die Bundesregierung, das Vorgehen der BNetzA zu bestätigen und den noch bestehenden Vorbehalt im Interesse der Versorgungssicherheit, Maßnahmen gegen die Auswirkungen des Klimawandels und der Umsetzung der Energie- und Verkehrswende aufzulösen.

Auf der Fachausstellung der PMRExpo werden sich voraussichtlich mehr als 230 nationale und internationale Aussteller auf rund 4.900 Quadratmetern präsentieren. Neben einer Vielzahl an innovativen Produkten und Dienstleistungen im Bereich der sicheren Kommunikation, können die Besucher auch das Angebot der Fachforen oder Speakers’ Corner nutzen.

Mehr Informationen zu der Ausstellung und dem messebegleitenden Tagungsprogramm gibt es im Internet unter www.pmrexpo.de.

Autor: Günter Fenchel

Abbildung: Funkmast des Unternehmens 450connect in Berlin-Mitte in der Nähe des Reichstags ( Quelle: Mitnetz Strom, Kabelsketal)

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