Flexible und dynamische Preise als Zukunftsmodell?

Tarif für Haushaltskunden gibt schwankende Preise weiter

Auch für Haushaltskunden gibt es jetzt erstmals Angebote, bei denen der Strompreis stündlich variiert. Je mehr Sonnen- und Windenergie im Netz verfügbar ist, desto günstiger wird der Strompreis.

Zwei Stromanbieter haben in diesem Jahr einen Tarif für Haushaltskunden entwickelt, der die schwankenden Preise am Spotmarkt der Strombörse direkt an die Verbraucher weitergibt. Die Anbieter des neuen Preismodells kommen beide aus der Branche der erneuerbaren Energien: die Solarfirma QCells und der Hersteller von Solarwechselrichtern Fronius.

Der Preis ergibt sich am Spotmarkt der Strombörse aus Angebot und Nachfrage. Starken Einfluss auf die Preisbildung haben das Aufkommen von Windkraft und Photovoltaik. Gibt man diese Preisschwankungen in Echtzeit an die Kunden weiter, erhalten diese einen Anreiz, Strom vor allem dann zu nutzen, wenn er in großer Menge zur Verfügung steht.

Immer am Mittag eines jeden Tages ermittelt die Börse den Strompreis für jede Stunde des Folgetags. Dieser ergibt sich abhängig von der Höhe des erwarteten Verbrauchs und der prognostizierten Erzeugung aus erneuerbaren Energien. Der Kunde weiß somit gegen 14 Uhr, was die Kilowattstunde am nächsten Tag zu welcher Stunde kosten wird.

Voraussetzung für die Nutzung dynamischer Tarife ist das Vorhandensein eines Smart Meters, der feststellt, wann der Strom verbraucht wird. Sinnvoll ist dies aktuell vor allem für Kunden, die hohe Leistungen zeitlich verschieben können. Das sind im Tarifkundenbereich besonders Nutzer von Elektroautos. Sie profitieren, wenn sie in den billigen Nachtstunden laden, statt in den teureren Stunden am frühen Abend.

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