Kapitalkostenaufschlag startet zum 1. Januar

Erfahren Sie mehr über den Kapitalkostenaufschlag!

Die Bundesnetzagentur hat zu Beginn der neuen Regulierungsperiode erstmals Zahlen zum Kapitalkostenaufschlag auf die Erlösobergrenzen der Verteilnetzbetreiber bekanntgegeben. Für den Netzausbau hat die Behörde demnach zusätzliche Einnahmen in Höhe von 900 Mio. Euro genehmigt. Das sind rund 440 Mio. Euro weniger als beantragt, erläuterte ein Behördensprecher auf Anfrage. Die Gesamtinvestitionen belaufen sich nach Angaben der Regulierungsbehörde auf etwa 10,4 Mrd. Euro. Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, sprach trotz der Kürzung von "beachtlichen Summen". "Die Verteilernetzbetreiber haben Kapitalkostenaufschläge vehement gefordert. Jetzt ist das Geld da", sagte er. Seine Behörde wolle genau darauf achten, "dass dieses Geld der Netznutzer nun auch investiert wird". Nicht genutzte Mittel werde die Bundesnetzagentur verzinst zurückfordern.
 
Der Gesetzgeber führte den Kapitalkostenaufschlag im Zuge der Novelle der Anreizregulierungsverordnung ein. Das Instrument greift nun erstmals zu Beginn der neuen Regulierungsperiode, die für die Stromsparte am 1. Januar startete. Der Kapitalkostenaufschlag soll es Netzbetreibern ermöglichen, Investitionen in das Netz zu refinanzieren, die nicht in der genehmigten Erlösobergrenze abgebildet sind. Diese Investitionen können sowohl in den Bestand als auch in den Ausbau des Netzes fließen. Die Bonner Behörde betonte, dass mit den 900 Mio. Euro nicht alle Investitionen erfasst sind. Hinzu kämen weitere Gelder für die 700 kleineren Unternehmen, die der Aufsicht der Landesregulierungsbehörden unterliegen.

Die Mehrheit der Verteilnetzbetreiber begrüßte die Genehmigung der Kapitalkostenaufschläge. "Die geforderte Beseitigung des Zeitverzugs und die Verbesserung der Investitionsanreize zeigen erste Wirkung", so ein Verbandssprecher. Nichtsdestotrotz brauche es weitere Verbesserungen in der Anreizregulierung, um die Netze intelligenter zu machen.
Stellen Sie sich auf die neuen gesetzlichen Vorgaben in der 3. Regulierungsperiode ein. Der BDEW-Informationstag „Aktuelle Rechtsfragen zur Anreiz- und Netzentgeltregulierung“ am 19. März in Bonn liefert einen Überblick zur gegenwärtigen Diskussion, den Entwicklungen des Rechtsrahmens, zur Rechtsauslegung sowie zur aktuellen Rechtsprechung.
Auf dem BDEW-Regulierungstag wird Herr Dr. Wustlich, Referatsleiter im BMWi, über die energiepolitischen Vorhaben der Bundesregierung berichten. Nach 10 Jahren Anreizregulierung ist es außerdem Zeit für einen Rück- und Ausblick. Branchenvertreter diskutieren mit BMWi und NetzA über den aktuellen Stand und Anpassungen der Netzregulierung.