»Summit Sichere Kommunikation« im Rahmen der PMRExpo

Stromausfall in Berlin – er ist wirklich passiert

Als die internationale Leitmesse für sichere Kommunikation geht die PMRExpo zum 19. Mal an den Start – in diesem Jahr vom 26. bis 28. November auf der Koelnmesse. Im Ausstellungsbereich – er firmiert aktuell unter der Bezeichnung »Show« – werden mehr als 230 nationale und internationale Aussteller eine Vielzahl an innovativen Produkten und Dienstleistungen im Bereich der sicheren Kommunikation präsentieren. Das Rückgrat im Tagungsbereich bildet drei Tage lang der »Summit Sichere Kommunikation«. Hier stehen die vier Leitthemen Sicherheit Kritischer Infrastrukturen, Breitband­Lösungen, Internet of Life Saving Things und Cloud­Lösungen im Mittelpunkt. Am Eröffnungstag, dem 26. November, wird Dr. Dietmar Gollnick, Geschäftsführer von e*Message Deutschland, mit einem Impulsvortrag Diskussionsstoff liefern. Er steht mit dem knackigen Titel »Prozente nur fürs Mathe-Abi? Es passiert wirklich - Stromausfall in Berlin« hinter dem Rednerpult.

Ein Stromausfall in Berlin-Köpenick Mitte Februar 2019 hat gezeigt, wie anfällig die Infrastruktur einer modernen Metropole im 21. Jahrhundert ist. Nichts ging mehr im Südosten Berlins – für mehr als 30 Stunden waren rund 31.000 Haushalte und etwa 2.000 Gewerbetreibende in diesem Teil der Hauptstadt abgeschnitten von Elektrizität und davon abhängiger Versorgung. Kein Festnetztelefon, kein Mobilfunk, kein Licht und keine funktionierenden Kühlschränke mehr. Straßenbeleuchtungen, Ampeln und Fernwärmeversorgung waren ebenfalls ausgefallen. Der Grund: Die Beschädigung zweier 110.000-Volt-Kabel bei Bauarbeiten – zwar redundant vorhanden, allerdings in unmittelbarer Nähe verlaufend. Genau darin besteht der Fehler: Redundanz bedeutet nicht automatisch sichere Versorgung.

»Wenn Redundanzsysteme nicht vollkommen unabhängig vom Standardversorgungssystem sind, besteht immer ein Risiko«, sagt Dr. Dietmar Gollnick. Im Fall Köpenick bestand das Risiko in der räumlichen Nähe beider Systeme zueinander, die eine gleichzeitige Beschädigung möglich machte. Darüber hinaus wurde bei diesem Ereignis das Optimierungspotenzial im Katastrophenschutz offenbar. Denn die Auswirkungen waren beträchtlich. Auch wenn ohne Strom beispielsweise Mobiltelefonnetze ausfallen, müssen Alarmierung und Kommunikation der Sicherheits- und Einsatzkräfte zuverlässig gewährleistet sein. Dabei kann sich D. Gollnick durchaus ein Urteil erlauben, denn die Profifunk-Experten von e*Message betreiben auch dafür Europas größtes Sicherheitsfunknetz. Das »Zauberwort« heißt Redundanz – diese muss zuverlässig gewährleistet sein.

Und genau zu dem Thema »Verfu?gbarkeit« wird sich D. Gollnick auch in seinem Impulsvortrag am Vormittag beschäftigen. »Die Gefahr eines Ausfalls der Kommunikation bemisst sich nach der Wahrscheinlichkeit. Die kann empirisch abgeschätzt werden. Genau so kann man den potenziellen Schaden feststellen und hoffentlich auch be-WERTEN. Das ergibt dann erstaunliche Einsichten: Eine Absicherung gegen eine Ausfall erscheint nicht mehr teuer, sondern notwendig und geradezu billig gegen die möglichen Verluste«, erläutert der Experte.

Am Beispiel des vorstehend genannten 30-stündigen Stromausfalls wird er die Redundanz- und Verfügbarkeitsaspekte beleuchten und praxisnahe Einblicke gewähren: »Heute wird diskutiert, ob das nun bei 30.000 betroffenen Haushalten bereits ein Blackout war oder »nur« ein großflächiger Stromausfall. Zwei Krankenhäuser waren betroffen. Und natürlich hatten diese viel größere Notstromaggregate für den Operationssaal und die schwierigen Fälle. Aber, man hatte den Notbetrieb nicht unter Last getestet. Also wurden Patienten verlegt.«

Selbstverständlich wird D. Gollnick auch das Thema der Kommunikationstechnik eingehen – was würde besser zur PMRExpo passen?: »Natürlich gab es Schwierigkeiten mit unserer so schönen App-basierten Mobilfunkkommunikation. Nur der Digitalfunk der BDBOS für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst sowie e*Cityruf funktionierten durchgängig und so mancher war froh, dass man noch einen Techniker rufen konnte und nicht den Kradmelder (woher nehmen?) nutzen musste.«

Mit Bezug auf seinen Vortragstitel sucht der Referent einen praxisnahen Vergleich: »In der Schule – siehe das letzte Mathe-Abi in Bayern – zählt Wahrscheinlichkeitstheorie zu den schwierigen und ungeliebten Teilen der Mathematik. Oft. Und sehr ungerecht. Wenn wir mehr darüber wüssten, wenn alle Verantwortlichen mehr darüber wüssten, würden sehr preiswerte Entscheidungen gefällt. Und sichere.«

Denn eine zweite unabhängige Kommunikationsinfrastruktur – wobei der Schwerpunkt auf unabhängig liegt – führe zu einer 100fachen Verringerung der Ausfallwahrscheinlichkeit. Dazu erläutert D. Gollnick: »Wer denkt, dass sich die Sicherheit »nur« verdoppelt, der fällt falsche Entscheidungen. Also müssen wir Zusammenhänge herstellen und den Nutzern auch mal den Tipp geben, das zu nutzen, was die Schüler so nutzen: Ein Lehr-Video als Auffrischung und Ergänzung. Nur, nicht »Lehr« nennen, sondern »viral« unter die Leute bringen. Angepasst an die Ausfall-Risiken, die wir ja jetzt auch kennen gelernt haben.«

Eine Podiumsdiskussion mit den drei Referenten des Vormittags schließt den Auftakt der PMRExpo ab. Schon alleine die Ausführungen von D. Gollnick versprechen einen spannenden Meinungsaustausch zwischen Zuhörern und Vortragenden.

Mehr Informationen zu der Ausstellung und dem messebegleitenden Tagungsprogramm gibt es im Internet unter www.pmrexpo.de.

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