Trotz Rückgangs: Bürgerenergie bleibt zentrale Säule der Energiewende

Windenergie an Land, Photovoltaik und bei Biogas sind Spitzenreiter

Laut einer neuen Studie des Instituts trend:research spielen die Bürger für eine erfolgreiche Energiewende in Deutschland eine Schlüsselrolle. Wie aus der Studie hervorgeht, befinden sich die Erneuerbaren Energien zum größten Teil in der Hand von Privatpersonen. Fast ein Drittel der installierten Leistung von Anlagen zur Stromerzeugung aus Wind-, Solar- und Bioenergie sowie aus Wasserkraft und Erdwärme befinden sich in deren Eigentum. Nimmt man die Landwirte hinzu, sind es sogar mehr als 40 Prozent.

Trotz dieser Zahl wird der Anteil der Bürgerenergie an der gesamten installierten Leistung Erneuerbarer Energien aber kleiner. Vor 10 Jahren lag der Anteil bei über 50%. Im Jahr 2016 waren es dann nur noch 42% und 2019 ging er noch einmal leicht zurück auf 40,4%.

Der Anteil Gewerbetreibender, großer Unternehmen, von Energieversorgungsunternehmen sowie von Fonds und Banken hat sich dagegen erhöht. „Zu Beginn der Energiewende waren es vor allem die Bürger in Deutschland, die die wirtschaftlichen Chancen der Erneuerbaren Energien erkannt haben. Dass sich nun auch finanzkräftige Investoren mehr für eine klimaschonende Energieerzeugung engagieren, ist durchaus erfreulich. "Doch die Bürgerenergie muss unbedingt weiter ihren Platz im Fortgang der Energiewende finden. Denn Beteiligungsmöglichkeiten fördern die Akzeptanz“, erklärt Dr. Brandt, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE).

Windenergie an Land, Photovoltaik und bei Biogas sind Spitzenreiter

Überdurchschnittlich hoch ist der Anteil der Bürgerenergie bei der Windenergie an Land, Photovoltaik und bei Biogas. Bei der Windenergie liegt der Anteil bei 40,6%, Beim Solarstrom vereinen sie sogar 48 Prozent. Diese Form der Stromerzeugung ist aber auch für Gewerbetreibende besonders attraktiv. Diese sind hier mit rund 25 Prozent ebenfalls stark vertreten. Biogasanlagen sind naturgemäß vor allem im Besitz von Landwirten. So entfallen drei Viertel der Anlagen auf landwirtschaftliche Betriebe. Anders als die Windenergie an Land wird die Offshore-Windenergie von den Energieversorgern sowie von Fonds und Banken dominiert. Auf erstere entfallen fast zwei Drittel der Offshore-Kapazitäten, auf letztere das restliche Drittel.

Eigentümerstruktur verschiebt sich zugunsten größerer Investoren

Beim Bau neuer Anlagen bildeten die Privatpersonen 2019 mit 18 Prozent nicht mehr die größte Gruppe beim Bau neuer Anlagen. Fonds und Banken übernahmen den Spitzenplatz mit 21 Prozent. Rechnet man die Landwirte bei der Bürgerenergie wieder hinzu, kommt die Bürgerenergie bei den Neuanlagen nur noch auf etwa ein Viertel. Hier macht sich bemerkbar, dass der Anteil der investitionsintensiven Offshore-Windenergie steigt und die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen wieder anzieht, während der Ausbau der Onshore-Windenergie fast zum Erliegen gekommen ist. Energieversorgungsunternehmen – insbesondere die großen und internationalen Energieversorger – engagieren sich deutlich stärker. Zusammen waren sie im Jahr 2019 für knapp ein Drittel des Zubaus verantwortlich. 2016 waren es erst 22 Prozent. Gewerbe konnten ihren Anteil von ca. 12 auf 16 Prozent steigern. 

„Für das Erreichen der Klimaschutzziele brauchen wir mehr Zubau in allen Bereichen und in allen Größenklassen – von der kleinen PV-Dachanlage auf dem Eigenheim, über das Bürgerwindrad bis zum Offshore-Windpark. Dafür braucht es die Investitionsbereitschaft aller und Beteiligungsmöglichkeiten für alle“, betont AEE-Geschäftsführer Brandt.

Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien

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